Werdegang der RPGs und „The Witcher“

Im Vergleich zu beinahe allen anderen Computerspiel-Genres haben Rollenspiele das größte Talent dafür, dem Spieler fantastische Geschichten zu erzählen. Viele RPG-Fans saßen im Laufe ihres Lebens bestimmt das eine oder andere Mal im Kino, um Fantasy-Filme wie Der Herr der Ringe zu sehen. Die Vorstellung davon, sich in einem Videospiel durch solch malerische Welten zu bewegen und Geschichten zu erleben, war in den vergangenen Jahrzehnten für viele begeisterte Rollenspieler ein großer Traum geworden.

Die digitale Revolution brachte neben dem Internet auch die Weiterentwicklung von Medien – und demzufolge auch die Entwicklung verschiedenster Kunstformen – mit sich. Im Fall der RPGs wurden so aus zunächst simpel gestalteten Rollenspielen, wie textbasierten MUDs, im Laufe der Zeit beeindruckende Kunstwerke mit wunderschönen grafischen Spielwelten kreiert.

„The Witcher“

Häufig werden in der Kunst- und Medienlandschaft Geschichten erzählt, bei denen ein einzelnes Werk nicht ausreicht, um alle Facetten der Geschichte wiedergeben zu können. So wie man aus Harry Potter sieben Bücher, oder aus Herr der Ringe drei Filme gemacht hat, so kommt das Konzept mit mehreren Episoden beziehungsweise Fortsetzungen auch bei Computerspielen zum Tragen.

Zu den beliebtesten Rollenspiel-Reihen überhaupt zählt die Witcher-Reihe. Es ist eine Geschichte über einen „Hexer“, innerhalb der Welt ein Auftragsmörder für Monster, namens Geralt von Riva. Entwickelt wurde die Spiele-Trilogie vom polnischen Studio CD-Projekt RED und basiert auf den Hexer-Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski.

Den endgültigen Durchbruch erlebte die Witcher-Reihe erst mit dem dritten Spiel: The Witcher 3 – Wild Hunt. Der dritte Teil des Epos gilt innerhalb der weltweiten Spieler-Gemeinschaft als eines der besten Computer-Rollenspiele aller Zeiten – wenn nicht sogar als DAS beste. Dem Spieler wurde hier eine gigantische offene Welt mit großer Entscheidungsfreiheit geboten.

Viele andere Games mit ähnlich großen Spielwelten haben oft das Problem, derartige virtuelle Welten nicht mit ausreichend motivierenden Inhalten füllen zu können. Die Entwickler aus Polen konnten diese Problematik mit dem dritten Teil der Witcher-Reihe nicht nur lösen, sondern durch die Qualität und Quantität ihres Rollenspiels neue Maßstäbe setzen.